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Jemand, der Antheil an ihr genommen, schrieb: „Nachihrem Tode nahte ich ihrem Lager. Sie war etwas zur linkenSeite in die Kissen gesunken, über ihrem Haupte ragten ein PaarKrücken hervor, die gekreuzt im Winkel standen, Freunde hattensie ihr verfertiget, als sie auf eine Gebetserhörung im Septembereinigemal in der Kammer herumgehen konnte. Neben ihremAngesichts hing ein kleines Oelgemälde, den Tod Maria vorstel-lend, das ihr die Fürstin Salm geschenkt. Der Ausdruck ihresgesenkten Angesichtes war von erhabenem Ernst, es lag gleichsamdie letzte Fußstapfe des geduldigen, entsagenden Opfers bis zumTode darauf, sie schien in liebender Arbeit für Andere um Jesuwillen gestorben. Ihre rechte Hand ruhte auf der Decke, — diesewundervolle Hand, an welche Gott die unerhörte Gnade geknüpfthatte, alles Heilige, alles von der Kirche Geweihte durch das Gefühlzu erkennen. Eine Gnade, wie sie vielleicht noch nie in diesemMaße gegeben war, eine bei weiser Beobachtung in ihren Folgenunberechenbare Gnade, wahrhaftig nicht allein zu geistlicher Unter-haltung eines unwissenden Bauernmädchens gegeben, eine Gnade, sofolgenreich, daß von ihr, wäre sie nicht erkannt, nicht gewürdiget,nicht angewendet worden, Rechenschaft gefordert werden würde.
„Ich ergriff diese mit der ehrwürdigsten Signatur deshöchsten Mitleidens bezeichnete Hand zum letzten Male, sie warkalt und lebte nicht mehr, dieses geistliche Sinnwerkzeug, welchesdurch die ganze Natur hindurch alle geheiligte Substanz auch ineinem Stäubchen verfolgte, erkannte und verehrte, sie war todt,diese demüthige, wohlthätige, fleißige Hand, die so viele Hungerndegespeist, so viele Nackte bekleidet hatte.
„Es war eine große Gnade von der Erde entflohen, derWille Gottes hatte diese für die Wahrheit zeugende, betende,Schmerzen opfernde Hand seiner Braut von uns abgezogen, undsie schien diese Hand sterbend nicht ohne Bedeutung, gleich dem