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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
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den Weinstcck. Als ich in der Arbeit einmal vor Schmerzen inBrust und Wunden jammernd flehte, der Herr möge mich dochnicht mehr leiden lassen, als ich ertragen könne, erschien meinhimmlischer Bräutigam in Gestalt eines leuchtenden Jünglingsund sprach zu mir:Ich habe dich auf mein Brautbett derSchmerzen gebettet, mit Gnaden der Leiden, mit Schätzen derVersöhnung und Kleinodien der Wirkung geschmückt, du mußtleiden, ich verlasse dich nicht, du bist an den Weinstock gebunden,du sollst nicht verloren gehen." Hierauf litt ich getröstet weiter.Mir ward auch erklärt, warum ich bei den Festbildern aus derFamilie Jesu, z. B. der heiligen Anna, Joachim, Joseph, MariaCleophä u. s. w. immer die Kirche des Festes auf einem Wein-stock gewachsen sehe, und warum ich dasselbe bei dem Feste desheiligen Franz von Assist, Katharina von Siena, Ossauua Andreassiund aller heiligen Stigmatisirten auch so sehe.

Die Bedeutung meiner Schmerzen in allen Gliedern unddie Aufforderung zu mitleidender Fortarbeit lehrte mich folgendesBild. Ich sah einen großen menschlichen Leib in schrecklicherVerstümmelung gegen Himmel aufgerichtet. Es waren an Händenund Füßen Glieder abgeschnitten, große Wunden in seinem Leibe,darunter noch neue, frisch blutende, andere mit wildem, faulendemFleisch ausgefüllte, auch verwachsene und verknorpelte. Eine ganzeSeite war schwarz, brandig, wie angefressen. Als ich entsetzt allediese Leiden an mir selbst fühlte, sagte mein Führer:Diesesist der Leib der Kirche, der Leib aller Menschen und auch deinLeib," dann zeigte er bei jeder Wunde nach einer Weltgegend,und ich sah in einem Blicke jedesmal von der Kirche getrennteMenschen und Völker selbst in fernster Ferne nach ihrer Art undUnart, und fühlte ihre Trennung so schmerzlich, als seien sie vonmeinem Leibe geschnitten; da sagte mein Führer:Verstehe deineSchmerzen und opfere sie mit Jesu Schmerzen Gott für dieGetrennten auf. Soll ein Glied nicht nach dem andern schreien,