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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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hungernde schwindsüchtige Frau nebst zwei kleinen Kindern undihrem Manne wohne. Dieser Frau möge er sagen, sich Breidavon zu kochen, das sei gut für die Brust. Der Freund fandAlles nach ihrer Beschreibung. Als er eintretend das Säckchenunter dem Mantel hervorzog, reckte die arme Mutter welche,zwischen ihren halbnackten Kindern von Fieber glühend, mitglänzenden Augen von ihrem Strohlager gegen ihn hinschauteihm die bleichen Hände entgegen und sprach mit zitternderStimme:O Herr! Sie schicket der liebe Gott oder die JungferEmmerich! Sie bringen mir Roggenmehl und Eier!" Dieerschütterte Frau weinte und hustete, und winkte ihrem Mann,auf die Frage, woher sie dieses wisse, zu antworten. Dieser abersagte, während sie nebst den hungernden Kindern die Gabe ansah:Gertraud schlief heute Nacht unruhig und stieß mich redendöfters an, als ich sie erweckte, sagte sie:Ich träumte, ich standmit dir an der Hausthüre, da kam das fromme Nönnchen denWeg vom nahen Thore her, ich stieß dich an und sagte: Schauher, Mann, wenn du das fromnie arme Nönnchen sehen willst.Indem stand sie vor mir und sprach:Ach Gertraud! wie kranksiehst du aus, ich will dir Roggenmehl und Eier schicken, das istgut für die Brust." Da erwachte ich."

So erzählte der Mann einfältig, sie dankten tausendmal,der Ueberbringer der Gabe verließ gerührt das Haus. Er sagteder Anna Katharina nichts hieven, als sie ihn aber nach einigenTagen wieder mit gleicher Gabe zu der Armen sendete, weil sienichts mehr habe, fragte er, woher sie diese Arme kenne, und siesagte lächelnd:Sie wissen ja, wenn ich Abends für alle Noth-leidende bete, und so gerne zu ihnen ginge, ihnen zu helfen, soträume ich, als ging ich von einem Hause der Noth zum andernund helfe, wie ich kann. So kam ich auch im Traume von derPforte her zu der armen Frau, sie stand mit ihrem Mann ander Thür, und ich sagte zu ihr:Ach Gertraud! wie krank siehst