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Kaum hatte der Knabe seinem Vater dies hinterbracht, alsder Fremde sich von dem Diener zu einer einsamen Unterredungmelden ließ. Alle entfernten sich. Da trat der Alchymist herein,fiel auf die Knie, umfaßte die Füße des Bürgermeisters undflehte ihn unter heftigen Thränen an: Er möge ihn nicht vorGericht bringen, er möge ihn vor einem schmählichen Tod erretten.
Der Bürgermeister, heftig über seine Rede erschrocken,fürchtete der Mensch möge den Verstand verloren haben, hobihn von der Erde auf, und bat ihn freundlich: Er möge ihmsagen, wie er auf so schreckliche Reden komme. Da erwiederte derFremde: „Herr, verstellen Sie sich nicht, Sie und der MagisterMöller kennen mein Verbrechen; der Vers von den drei Nüssenbeweist es: lerlia mors est, die dritte ist der Tod. Ja, sa, einebleierne Kugel war es, ein Druck des Fingers und er schlugnieder. Sie haben sich verabredet, mich zu peinigen. Sie werdenmich ausliefern, ich werde durch Sie unter das Schwcrdt kommen."
Der Bürgermeister glaubte nun die Verrücktheit des Alchy-misten gewiß, und suchte ihn durch freundliches Zureden zuberuhigen. Er aber ließ sich nicht beruhigen und sprach: „WemSie es auch nicht wissen, so weiß es doch Ihr Hofmeister gewiß,denn er sah mich durchdringend an, als er sagte: lleriis »umest." Nun konnte der Bürgermeister nichts anders thun, alsihn bitten, ruhig zu Bette zu gehen, und ihm sein Ehrenwortzu geben, daß weder er, noch Möller ihn verrathen würden,wenn irgend etwas Wahres an seinem Unglücke sein sollte. DerUnglückliche aber wollte ihn nicht eher verlassen, bis Möllergerufen war, und ihm auch heilig betheuerte, daß er'ihn nichtverrathen wolle; denn daß auch er nicht das Mindeste von seinemUnglücke wisse, wollte er sich auf keine Weise überreden lassen.
Am folgenden Morgen entschloß sich der Unglückliche, vonColmar nach Basel zu gehen, und bat den Magister Möller umeine Empfehlung an einen Professor der Medizin. Möller schrieb