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Den Dudelsack habe ich flicken lassen, und mein Knecht, der denWirth dort macht, Pflegt oben in der Eiche, wo Mores gesessen,darauf den Gästen, die um den Baum tanzen, vorzuspielen. Ichhabe schon ein schönes Geld da eingenommen, und wenn michdie Herrschaften einmal dort besuchen wollen, so sollen sie gewißgut bedient werden." —
Diese Erzählung, welche der Croat mit dem ganzenAusdrucke der Wahrheit vorgebracht hatte, wirkte auf die ver-schiedenste Weise in der Gesellschaft. Der Vicegespann, derTyroler und die Wirthin hatten keinen Zweifel, und derSavoyarde zeigte seine Freude, daß man noch kein Beispielgehabt habe, ein Murmelthier sei eine Hexe gewesen. Lind-peindler äußerte: Es möge an der- Geschichte wahr sein, wasda wolle, so habe sie doch eine höhere poetische Wahrheit. Siesei in jedem Falle wahr, in sofern sie den Charakter derEinsamkeit, Wildniß und der türkischen Barbarei ausdrücke; siesei durchaus für den Ort, auf welchem sie spiele, scharfbezeichnend und mythisch, und darum dort wahrer als irgendeine Lafontainesche Familiengeschichte. Aber es verstand keinerder Anwesenden, was Lindpeindler sagen wollte, und Devillierläugnete ihm gerade ins Gesicht, daß Lafontaine irgend eineseiner Fabeln jemals für eine wahre Familiengeschichte aus-gegeben habe. Lindpeindler schwieg und wurde verkannt.
Nun aber wendete sich der Franzose zu der Kammerjungfer,welche sich mit stillem Schauer in einen Winkel gedrückt hatte,sprechend: „Und Sie, schöne Nanny, sind ja so stille, alsfühlten Sie sich bei der Geschichte getroffen." „Wie so,getroffen?" fragte Nanny. „Nun, ich meine," erwiederteDevillier lächelnd, „von einem Schrote des croatischen Herrn.Sollte das artigste Kammerkätzchen der Gegend nicht zu demTheedansant eingeladen gewesen sein? — Das wäre ein Fehlerdes Herrn Mores gegen die Galanterie, wegen dessen er die Rache