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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Gegen Ende des Sommers, während der Pest in Croa-tien, hatte Herr Wehmüller, ein reisender Maler, von Wienaus einen Freund besucht, der in dieser österreichischen Provinzals Erzieher auf dem Schlosse eines Grafen Giulowitsch lebte.Die Zeit, welche ihm seine Geschäfte zu dem Besuch erlaubten,war vorüber. Er hatte von seiner jungen Frau, welche ihmnach Siebenbürgen vorausgereist war, einen Brief aus Stuhl-weißenburg erhalten, daß- er sie nicht mehr länger allein lassenmöge; es erwarte ihn das Offizier-Corps des dort liegendenhochlöblichen ungarischen Grenadier- und Husaren-Regimentssehnsüchtig, um von seiner Meisterhand gemalt sich in demAndenken mannichfaltiger schöner Freundinnen zu erhalten, daein naher Garnisonswechsel manches engverknüpfte Liebes- undFreundschaftsband zu zerreißen drohte. Dieser Brief brachteden Herrn Wehmüller in große Unruhe, denn er war viermalso lange unterwegs geblieben als gewöhnlich, und dermaßendurch die Qnarantaine zerstochen und durchräuchert worden, daßer die ohnedies nicht allzuleserliche Hand seiner guten Frau, diemit oft gewässerter Dinte geschrieben hatte, nur mit Mühe lesenkonnte. Er eilte in die Stube seines Freundes Lurh und sagtezu ihm:Ich muß gleich auf der Stelle fort nach Stuhl-weißenburg, denn die hochlöblichen Grenadier- und Husaren-Regimenter sind im Begriffe von dort abzuziehen; lesen Sie,der Brief ist an fünf Wochen alt." Der Freund verstand ihnnicht, nahm aber den Brief und las. Wehmüller lief sogleichzur Stube hinaus und die Treppe hinab in die Hauskapelle,um zu sehen, ob er die neun und dreißig Nationalgesichter,