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„Ich habe Ihnen viel zu danken. Sie haben meineSchande, die mir lange das Herz abnagte, zu Tage gebracht.Jenes Lied der Alten kannte ich wohl; die Annerl hatte es miroft vorgesagt, sie war ein unbeschreiblich edles Geschöpf. Ichwar ein elender Verbrecher. Sie hatte ein schriftliches Ehever-sprechen von mir gehabt, und hat es verbrannt. Sie diente beieiner alten Tante von mir, sie litt oft an Melancholie. Ichhabe mich durch gewisse medizinische Mittel, die etwas Magi-sches haben, ihrer Seele bemächtigt. — Gott sei mir gnädig!— Sie haben auch die Ehre meiner Schwester gerettet. DerHerzog liebt sie, ich war sein Günstling — die Geschichte hatihn erschüttert — Gott helfe mir! Ich habe Gift genommen.
Joseph Graf Grossinger."
Die Schürze der schönen Annerl, in welche ihr der Kopfdes Jägers Jürge bei seiner Enthauptung gebissen, ist auf derherzoglichen Kunstkammer bewahrt worden. Man sagt: DieSchwester des Grafen Grossinger werde der Herzog mit demNamen: „Voile <io 6rooe," auf deutsch: „Gnadenschleier," in denFürstenstand erheben und sich mit ihr vermählen. Bei dernächsten Revue in der Gegend von D.... soll das Monumentauf den Gräbern der beiden unglücklichen Ehrenopfer auf demKirchhofe des Dorfs errichtet und eingeweiht werden. Der Herzogwird mit der Fürstin selbst zugegen sein. Er ist ausnehmendzufrieden damit; die Idee soll von der Fürstin und dem Herzogezusammen erfunden sein. Es stellt die falsche und wahre Ehrevor, die sich vor einem Kreuze beiderseits gleich tief zur Erdebeugen; die Gerechtigkeit steht mit dem geschwungenen Schwerdtezur einen Seite, die Gnade zur andern Seite und wirft einenSchleier heran. Man will im Kopfe der Gerechtigkeit Aehn-lichkeit mit dem Herzog, in dem Kopfe der Gnade Aehnlichkeitmit dem Gesichte der Fürstin finden.