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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Es war Sommers-Frühe. Die Nachtigallen sangen erst seiteinigen Tagen durch die Straßen, und verstummten heut' ineiner kühlen Nacht, welche von fernen Gewittern zu uns herwehte.Der Nachtwächter rief die elfte Stunde an. Da sah ich, nachHause gehend, vor der Thür eines großen Gebäudes einen Truppvon allerlei Gesellen, die vom Biere kamen, um Jemand, der aufden Thürstufen saß, versammelt. Ihr Antheil schien mir solebhaft, daß ich irgend ein Unglück besorgte und mich näherte.

Eine alte Bäuerin saß auf der Treppe, und so lebhaft dieGesellen sich um sie bekümmerten, so wenig ließ sie sich vonden neugierigen Fragen und gutmüthigen Vorschlägen derselbenstören. Es hatte etwas sehr Befremdendes, ja schier Großes,wie die gute alte Frau so sehr wußte, was sie wollte, daß sie,als sei sie ganz allein in ihrem Kämmerlein, mitten unter denLeuten es sich unter freiem Himmel zur Nachtruhe bequem machte.Sie nahm ihre Schürze als ein Mäntelchen um, zog ihren großenschwarzen wachsleinenen Hut tiefer in die Augen, legte sich ihrBündel unter den Kopf zurecht und gab auf keine Frage Antwort.

Was fehlt dieser alten Frau?" fragte ich einen derAnwesenden. Da kamen Antworten von allen Seiten:Siekommt sechs Meilen Weges vom Lande, sie kann nicht weiter,sie weiß nicht Bescheid in der Stadt, sie hat Befreundete amandern Ende der Stadt und kann nicht hin finden."Ich wolltesie führen," sagte Einer,aber es ist ein weiter Weg und ichhabe meinen Hausschlüssel nicht bei mir. Auch würde sie dasHaus nicht kennen, wo sie hin will."Aber hier kann die Fraunicht liegen bleiben," sagte ein Neuhinzugetretener.Sie willaber platterdings," antwortete der Erste,ich habe es ihr längst