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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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hängte es, durch das Gitter langend, dein Bilde der JungfrauMaria über den Arm, als das Opfer eines thörichten Menschen,der vor ihrem Sohne betend Trost gefunden hatte. Dieses Bandaber war mir das Liebste, was ich hatte. Eine fromme Kloster-frau, meiner seligen Mutter Befreundte, hatte es mir einst fürein Lied, das ich ihr gedichtet und gesungen, geschenket, und wares zu Marburg au St. Elisabethen Grab angerühret worden,ich aber hatte es bisher als einen Blattzeiger in meinem Gebet-büchlein geführet. Dann nahm ich auch mein Mäntelein ab, undrollte es zusammen in einen langen Wulst, und flocht es durchdie oberen Stäbe des Gitters vor dem Bilde, als einen aufge-rollten Vorhang, zum Gedenken meiner zeitlichen Armuth, welchedurch Gott sich in Freud' und Fülle gewandelt hatte. Nunwendete ich mich nach dem Garten zurück, der mir ganz anderserschien als vorher.

So mag Nichts vor dem Gemüthe des Menschen bestehen,welches Alles nach sich umgestaltet. Jetzt, da ich gebetet hatte,

erschienen mir alle die rothen, leibfarbcn und Weißen Blümlein

des Gartens wie jene Blumen, durch die der König Ahasverusin seinem Schloßgarten zu Susan gewandelt, seines Zornes zuvergessen. Ja, es war mir, als sei der liebe Gott durch diese

Blumen gegangen, und habe seinen gerechten Zorn über meine

Ungeberde hier an der Lieblichkeit seiner Werke gesänftiget; dennhier an diesem ersten Morgen meines zwanzigsten Jahres ist mirvieles Licht in der Seele aufgegangen, und ist mir der Frühlingein Weiser Lehrer geworden.

V^LesonderS aber ^hat mich der hohe Münsterthurm erschüttert,als ich aus einem schattigten Baumgange hervortrat und ihnüber die Dächer der Nachbarhäuser auf mich niederschauen sah.War mir es doch im Anfang so bange vor ihm, wie es einerGrasmücke sein muß, wenn ein Riese den Busch über ihremNeste öffnet und auf sie niederblickt. Alles Menschenwerk, so es

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