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Raffaels Disputa
Entstehung
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Was wir hier an einem Beispiele bemerkt haben, läßt sich invielen andern Nachweisen. Die Empfänglichkeit Raffaels für allesSchöne war eine unvergleichliche, und wo er irgend einen Zug,sei es in der Zeichnung oder im Colorit oder sonst sah, der seineKunst fördern konnte, da eignete er sich denselben an, und so sehrwar er der Sache zugethan, daß er sich nie scheute, auch voneinem weit untergeordneten Geiste zu lernen und es frei zu ge-stehen^). Aber so verschieden diese Eigenthümlichkeiten waren, allewurden sie in seinem Geiste erneut, alle selbstständig gestaltet.Auf dem Bilde der Madonna von Foligno, erinnert uns Johan-nes und Franziskus ganz an Correggio; der Alte an Correggiound an Leonardo da Vinci; die Madonna aber an Pietro Peru-gino; und in dem Engel unten ist Raffael selbst und Raffael ganz.

Wir wenden uns zur Erklärung der zweiten Person der Trinität.

Nicht vom Vater, aber vom Sohne gehen leuchtende Strahlennach allen Seiten des Himmels aus. Der Vater wohnt in einemunzugänglichen Lichte; der Sterbliche, welcher ihn in seinem Glanzeerblicken würde, müßte zu Grunde gehen und vernichtet werdenvon der Macht seiner Majestät.Seine Herrlichkeit ist erhabenüber den Himmel, Jehova der hoch wohnt und tief herunterschautauf den Himmel und die Erde?)!" Der Sohn ist Licht vom

1) S. Vasari vita <11 Hallaello Vom. VIII. T. 123 und daselbst die Poledes römischen Herausgebers.

2 ) Psalm 103. Vgl. Ps. 108, 6.

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