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Raffaels Disputa
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-und orientalische Philosophie eingeweiht, rühmte sich in einem Briefean den Papst, daß er der Erste sei, der die kabbalistische Weisheitin Deutschland eingesührt habe, und welche Bedeutung sie hiergewann, zeigt der Streit Reuchlins mit Pfefferkorn in Köln, welcherkurz vor dem Ausbruche der Reformation alle hebräischen und ara-bischen Bücher, mit Ausnahme der Bibel, verbrennen wollte!

Vasari berichtet, auch Nicolaus de Lira komme auf unseremBilde vor. Dieser Gelehrte war um das Jahr 1341 Lehrer ander Universität Paris; er bediente sich der hebräischen Sprache undder rabbinischen Weisheit zur Auslegung der heil. Schrift. SeinBild ist ohne Zweifel in der Gruppe zu suchen, deren Erklärunguns jetzt beschäftigt.

Hinter dieser Gruppe erblicken wir einen Mann mit einem bär-tigen Gesichte und bedeutendem Kopfe; er steht dieser Gruppe nahe,ohne aber etwas von der Erregtheit zu verrathen, welche sie be-herrscht. Wir vermuthen in ihm den Cardinal Bessarion.

Die Griechen, von den Türken gedrängt, suchten den Beistandder abendländischen Christenheit, und erklärten sich geneigt, sichmit der römischen Kirche zu vereinigen. Diese Kirchenvereinigungsollte auf dem Concil zu Ferrara 1438, dann auf dem Concil zuFlorenz 1439, zu Stande gebracht werden. Unter den Wortführernder griechischen Kirche war Bessarion, ein Schüler des GemisthusPletho und der größte Gelehrte der griechischen Kirche. Die Ver-einigung beider Kirchen kam zu Florenz, wo der Kaiser JohannesPaläologus selbst anwesend war, zu Stande; aber die Griechenerklärten sich dagegen, und Bessarion konnte nicht wieder nachGriechenland zurückkehren. Er blieb zu Rom, stieg bald zu denhöchsten Würden der Kirche auf, wurde 1439 Kardinal und wirktein den verwickeltsten Staatsangelegenheiten als Abgesandter desPapstes, und war nahe daran, selbst zum Papst gewählt zu werden.Er war der größte Beförderer der Wissenschaft zu Rom, sein Hauswar eine Art Akademie, wo sich die bedeutendsten Gelehrten derdamaligen Zeit versammelten. Tie Gelehrsamkeit des Kardinalswar erstaunenswerth; auch der Philosophie war er lebhaft zugethan,

Bra»»: Tispula. 8