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Raffaels Disputa
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Für diese Deutung läßt sich noch Folgendes anführen. NeuereGelehrte, welche über das Dogma von der Eucharistie geschriebenhaben, haben für ihre Darstellung folgende Perioden gewählt: dieerste von der Einsetzung des h. Abendmahles bis auf Justin denMärtyrer; die zweite von Justin bis auf Gregor den Großen;die dritte von Gregor dem Großen bis auf Paschasius Radbertusund von da bis auf die Reformation. Wir erblicken alle dieseMänner ans unserem Bilde und sehen darin einen neuen Beweisvon der theologischen Einsicht, welche sich in unserem Bilde über-haupt ausspricht.

In der Nähe dieser Gruppe erblicken wir drei Jünglinge (^'welche knieend und mit der lebendigsten Andacht ihre Blicke aufden Altar hingewandt haben; sie vermögen den Altar nicht freizu erblicken, sie sehen zwischen der großen Figur, dem Scotus unddem h. Gregor dem Großen hindurch. Die gläubige, innige, leben-dige Hingabe, die sich in der ganzen Haltung dieser Jünglingeausspricht, ist von wundervoller Wirkung; sie wird gehoben durchden Gegensatz der vorgenannten, kalt untersuchenden Gruppe, und-ist auch malerisch äußerst glücklich gedacht. Alles ist anders indieser Gruppe als in der vorgenannten, im Inneren und Aeußeren,in Ruhe und Bewegung. Auf diese Jünglinge und jene Gruppefinden die Worte des kirchlichen Hymnus Anwendung: guock noneapis, guoä non viäos, aniinosa ürinat lläes, oder auch der Sprucheines bekannten Dichters: was der Verstand der Verständigen nichtsieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth.

Wer sind diese drei Jünglinge? Unter allen Päpsten, welchedurch Anssendung von Glaubensboten zur Ausbreitung der Kirchewirkten, nimmt Gregor der Große eine der ersten Stellen ein.Man weiß, daß Jünglinge auf dem Sklavenmarkte zu Rom ihmdie Veranlassung gaben, durch Sendboten den Briten das Evan-gelium verkünden zu lassen, und daß seine Sorge auch in dieserBeziehung eine ganz allgemeine war. Wir erblicken in diesen dreiJünglingen die drei großen Nationen, die Franken, die Engländerund die Deutschen, welche hinkommen zur Kirche, um anzubeten.