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Raffaels Disputa
Entstehung
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von Mailand, als er plötzlich, wie ans höhere Eingebung, trotzalles Widerstrebens, zum Bischof gewählt wurde. Er mußte nach-geben und wurde Bischof in vollem Sinne des Wortes. Er ent-äußerte sich aller irdischen Güter, war ein Feind gewaltsamer Ver-folgung, milde, schonend; aber, wo es darauf ankam, unbeugsamund unerschrocken. Dem Bischöfe Jthacius, auf dessen BetreibenPriscillian in Trier seiner irrigen Lehre wegen war hingerichtetworden, kündigte er die Kirchengemeinschaft auf, und den KaiserTheodosius den Großen, welcher in Anwandlung einer unkönig-lichen Rache sieben tausend Menschen im Circus hatte hinrichtenlassen, wies er von der Schwelle der Kirche zurück, bis er Bußegethan haben würde! Der Kaiser beugte sich, und ein Gesetz, wo-nach kein Verurtheilter vor dem dreißigsten Tage nach dem Erlaßdes Urtheilspruches durfte hingerichtet werden, war die wohlthätigeFolge der muthigen That des Ambrosius. Ambrosius starb imJahre 397, sieben und fünfzig Jahre alt als Bischof von Mailand.Zu seinen Füßen liegt ein Buch: die Aufschrift fehlt.

Seine Liturgie, vor Allem aber seine Verdienste um die Hym-nologie oder den Kirchengesang, haben seinen Namen weiter aus-gebreitet, als seine vielen gelehrten Schriften. Alle seine Hymnensind voll Würde, inhaltreich und wie von einem himmlischen Hauchedurchweht; allen Anderen ist er aus dem rechten Wege der Hym-nologie vorangegaugen. Auch der Hymnus vsum lauäamuswird ihm zugeschrieben.

Auf einem marmornen, mit Löwenköpfen geschmückten, antikenSessel erblicken wir eine herrliche, majestätische Gestalt mitder dreifachen Krone geschmückt; es ist dieses der ehemaligePrätor Roms und der spätere Papst Gregor, ein Muster alt-römischen Verstandes und christlicher besonnener Tugend! Mitdem festen, ruhigen, klaren, großen Geiste, der aus seinem Gesichtehervorleuchtet, und mit einem lebendigen, unbestechlichen Gerechtig-keitsgefühl, dessen sich nicht blos die Christen, sondern auch dieJuden zu erfreuen hatten, denen er Schutz und Hort wurde, er-faßte er in unheilvoller Zeit die Verhältnisse der Kirche und der