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Bild des Marsyas, dessen unglücklicher Wettkampf mit dem Apollobekannt ist.
Daß dieses Bild des Marsyas sich ans die Poesie beziehe, isteinleuchtend und der Sinn sehr nahe gelegen. Mittelmäßigkeitund Stümperei ist nirgendwo willkommen, in der Poesie ist sie einVerbrechen, das ohne Nachsicht von Göttern und Menschen derStrafe preis gegeben wirdZ.
Die Deutung der weiblichen Figur, welche die Kugel mit demAusdrucke der Verwunderung betrachtet, ist nicht so nahe gelegen.Vasari erblickt darin die Astrologie, und ist zu dieser Deutungohne Zweifel wieder durch Nachrichten verleitet worden, die manihm mitgctheilt, die er aber falsch verstanden hat; auch die Er-klärung Passavant's ist nicht richtig. Die richtige Deutung istganz anderswo zu suchen, in der Geschichte der Philosophie selbst.Nach Aristoteles nämlich fängt die Philosophie immer mit derVerwunderung an?). Zu jener Zeit, wo Raffael diese Bildermalte, war die aristotelische Philosophie allgemeiner bekannt als jetzt.
Nur die oberflächlichste Betrachtung konnte den Jrrthum er-zeugen, Raffael habe in diesem Bilde, welches vor dem Ausbrucheder Reformation vollendet wurde, den Streit über das Altarssakra-ment, ta Disputs äst Lsersinonto, darstellen wollen. Man istaber von diesem Jrrthum zurückgekommcn, und man erkennt jetzt allge-mein in diesem Bilde die Darstellung der Theologie. Wir behal-ten den Namen Disputs bei, weil er einmal allgemein bekannt ist.
Die Decke in diesem Zimmer war bereits ausgemalt, eheRaffael in Rom ankam. Antonio Razzi, der auch il Sodoma ge-nannt wird, hatte diese Deckengemälde ausgeführt; sie hatten, wieman ans den Resten schließt, Gegenstände der Mythologie zuihrem Vorwurfes. Ob nun Raffael bei seiner Ankunft in Rom
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Passavant I., S. 137.