Druckschrift 
Raffaels Disputa
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

Awei Momente bestimmten von Anfang die Richtung nnd Ent-wickelung der christlichen Malerei und Bildhauerei; erstens, daßdiese Künste das eigenthümlich Christliche zur Darstellung bringenwollten, und zweitens, daß sie sich von allem Heidnischen und Sinn-lichen fern zu halten suchten. Diese Bilder erhalten hierdurch einentypischen Charakter und übertragen, diesen unverändert von einemGeschlechte auf das andere; die mangelhafte Zeichnung, die hartenUmrisse, die Mißverhältnisse des Einzelnen, das grelle Coloriterhielten sich unverändert und offenbarten überall das Mangelhafteder Formschönheit und die symmetrische Steifheit. Der innere Kunst-werth wurde durch äußere Pracht, Gold, Perlen und Edelsteineersetzt. So gestaltete sich die Kunst bei den Byzantinern; nicht sehrverschieden waren die Kunstleistungen in Italien. Daß die Kunsthier eine Zeitlang völlig erloschen sei, ist behauptet und widerlegtworden. Aber wir erblicken die Malerei von Karl dem Großenbis zu den Zeiten Friedrich I. herab in ihrem tiefsten Verfalle.Dann, im zwölften Jahrhunderte, beginnt sich der Geist zu regen,die Kunst nimmt einen höheren Aufschwung im dreizehnten, durchCimabue in Florenz und durch Duccio in Siena.

Der Senat von Florenz hatte zwei griechische Maler kommenlassen, um die Kirche St. Maria Novella mit Gemälden zu schmücken;Cimabue, welcher 1240 geboren war und 1300 starb, ward ihrSchüler. Der Schüler übertraf die Meister; er hatte neben denkünstlerischen Ueberlieferungen der Griechen die Schriften der altenKlassiker gelesen, die Werke der antiken Kunst und die Natur stu-dirt. Ein höherer Geist, lebendigere Bewegung, kam in die steifenFormen, richtigere Zeichnung, leichtere Gruppirung und schönererFaltenwurf zeichneten seine Werke aus Z.

0 6iovsui>i (6im»dus) sn 1'ssewxio äi elti' ItsIiLiii äsl suo sscvlo vinseI» giee« eäucLrione, Is cd« fasse äi si>ä»isi I'uu I'eltro imiieväo,