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Raffaels Disputa
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Christen wurden allenthalben, als außer dein Gesetze stehend, ver-folgt, ihre Versammlungsorte, wo sie solche erworben hatten, wur-den niedergerissen, sie wurden genöthigt, ihren Gottesdienst heim-lich an verborgenen Orten, in Höhlen und Katakomben abzuhalten,um sich den Verfolgungen des Gesetzes, der Wuth des blindenPöbels zu entziehen. Niemand erwartet, daß die Flur Blumentrage im Winter, wenn erstarrender Nordwind über sie herbraust,und wenn der Druck der Eisdecke auf ihr lastet. Daß das Christen-thum in seinem Wesen keinen Widerspruch gegen die bildendenKünste trage, das hat es noch in diesen Jahrhunderten des Druckesund der Verfolgung bewiesen, und die Zeugnisse, hier des Clemensvon Alexandrien I, dort des Tertnllian zu Karthago ?), wie dieKatakomben und die Grabmaler der ältesten Christen, haben unsdie Beweise davon überliefert.

Die ersten Jahrhunderte des Christenthums bieten uns das größteSchauspiel dar, welches die Weltgeschichte gesehen hat; eine Re-ligion in Ketten und Banden, verachtet und verfolgt, eine Reli-gion, welche Demuth und Selbstverlängnung von ihren Bekennernals die erste und als die Grundlage aller Tugenden fordert, welchealles Irdische hintanzusetzen gebietet, erblicken wir im Kampfe mitdeni Götterdienste der gebildetsten und sinnreichsten Mythologieder Welt, in dem die verfeinertste Sinnlichkeit ihren höchsten Reizund Blüthe entfaltet; wir erblicken sie im Kampfe mit dem mäch-tigsten, die Welt mit eiserner Ruthe beherrschenden, vergöttertenStaate, vor dem die wildesten und todesmuthigsten Völker sichbeugten oder von ihm zertreten wurden, mit einem Staate, deralle Mittel, über welche er verfügte, zu ihrer Vertilgung aufbot. Der Sieg entschied für die neue Religion, er entschied dievöllige Entgegensetzung der alten und neuen Welt. Die Kirchewurde frei, die Fessel, welche sie dreihundert Jahre getragen, wur-den ihr abgenommen, und, wie wenn die Natur die erstarrende

0 Nseäsgox. III. 11.

2) IsituII. äs xuäisiliL. 7.