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Raffaels Disputa
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hatten, wurden zur Verzweiflung getrieben, indem der Feind ihreSaaten jedesmal, wenn sie reiften, zertrat, und die Frucht ihrersauren Anstrengung raubte. In diesem Zustande innerer Gährnngund zum Wahnsinn getrieben, empörte sich Stand gegen Stand,Kloster gegen Kloster, Fürsten stritten gegen Fürsten; es erzeugtesich allgemein der Glaube, der alle Verhältnisse des Lebens durch-drang, das zehnte Jahrhundert werde das Ende der Welt her-beiführen!

Das zehnte Jahrhundert, das eiserne, das gefürchtete, kam, dieWelt ging nicht unter, die Christenheit athmete neu und frei ans,die christliche Kunst brach die Niegel ihrer Geburt, die Dome zuStraszbnrg, Mainz, Trier, Speier, Worms, Basel und viele an-dere geben Zeugnis; von dem erhöhten Geiste, von welchem diechristliche Welt getragen wurde.Nach dem Jahre der Mensch-werdung unseres Herrn, sagt der Lebensbeschreiber des h. Her-veus, ein tausend und drei, wurden fast auf der ganzen Erde,zumal aber in Italien und Frankreich, die Kirchen erneuert, auchselbst diejenigen, die es gar nicht bedurften. Die Nationen wett-eiferten hierin mit einander, und es war, wie wenn die Welt sichselbst hätte ausschütten, das Alte hätte abthun und sich tu dasweiße Gewand der Kirche hätte kleiden wollen."

1) Asrteiie et Oorsnä. I°kessur. tom. III. S. 1689.