gegen einige dunckele Zweifel.
I.Der allerhöchste und erste Grundsatz unsrer Christliche,,Religion, ist dieser: Gott hat uns in Christo Jesu mitsich wieder ausgesöhnt und lieb gewonnen. DieserGrundsatz muß nothwendig der allerhöchste Glaubenspunctbleiben; denn es ist eine Verordnung Gottes unter den Men.schen, sie sollen durch Glauben, nicht durch Auögrübeln undDe monstriren selig werden. Da nun schon um des Unglau-bens willen, so viele Stücke dieses Satzes aus dem Licht derNatur theils erwiesen, theils erkläret werden musten, diedoch alle im tiefsten Gehorsam nur geglaubek werden selten:So muß ja doch warlich, noch vieles in dem Satze übrigbleiben, so nicht anders als durch Einfältigkeit des Glau-bens erreicht werden kan und soll. Denn Gott wird umunsers selbst gefälligen Hochmuths willen von seinem heiligenSchluß nicht abgehen, wer aber nicht glauber, dersoll verdammt werden- Oder: Ohne den Gehor-sam des Glaubens ists unmöglich Gore zu gef-llen,denn wer zu Gort kommen will, der muß glauben rc.Dis ist auch der natürliche und billige Weg, weil wir beymersten Sündenfall solche Pansophen und allweise Leute habenwerden wollen. Zu solchen Stücken, bey denen uns Gottabsolut und mit höchstem Recht den Glauben abfodert, ge.hört vornemlich die unbegreifliche Höhe und 'Zärtlichkeit sei-ner Liebe mit. So bald wir denken, wir haben hie nun end-lich alles ausgerechnet,und auSgemessen,so haben wir denGlau-bensweg verlassen und verloren. Derowegen muß uns dieSendung des Sohnes Gottes auf unsern einigen Erdboden,eine höchsterstaunliche Sache bleiben: Und bliebe sie uns nichtstets Erstaunens werth, so dürften wir unsern Glauben anJesum nicht einmal für wahr halten. Jesus und seine Sa-che (Jesa. 49,4.) muß nothwendig und unleugbar einever»wunderungswürdige Sache bleiben. Jesa. 9,6. Richt. iz,i8»Und würde dis gewiß eine gar schlechte Erlösung seyn, überwelche nicht alle Engel und Menschen erstaunen mästen.Da uns nun in dieser Erlösung alles höchst wunderbar, und
H 2 doch