26 Zeugniß für die gZttl. Herrlichkeit ».Wahrheit,
lerwichtigste Buch, so unter den Sterblichen seyn kan, sofort in die Verachtung und Fahrläßigkeit hinein bringenwürde, weil er sich darinnen nicht in alles finden kan, undhat sich vielleicht noch nicht viel Mühe darum gegeben?was für eine ungeheure und unerträgliche Präsumrivnvon seinem Verstände müste der nicht haben? wie stoltz undeigensinnig müste er nicht seyn? So wirds nun ein beschei-den Gemüth unmöglich machen können, denn es setzt alle.mal voraus, daß es viel loso gelehrtere und klügere Leute inder Welt geben werde, als er ist, die gleichwol dis Buchinsgesamt mit grösser Überzeugung und Veneration als dasBuch Gottes annehmen, und lieben; und Gott, der ewigeGott müsse nothwendig unendlich weiser und höher seyn, alser mit seinem gantzen Verstand auskundschaften kan.
2) Er wird wissen, daß wenn ein Wort Gottes in derWelt ist, so müsse es nothwendig von Gott selber kommen;und sehe demnach voraus, daß es Gott seinen geliebtenMenschen mit der höchsten Auctorität und Heiligkeit gege-ben habe. Demnach achtet er sich verbunden, diö Buch,auch noch ehe er von desselben göttlicher Macht überführetist, und sie an sich selber erfahren, mit schuldigstem Respectund mit einem Wahrheit liebenden und suchenden Hertzenzu achten, und fleißig zu forschen; Folglich Gott ehrerbietigum die Erleuchtung und Neigung seines HertzenS anzuru-fen, und den redlichsten Vorsatz zu haben, einer ieden Lehreund Forderung, so bald er sie nur mit Ueberzeugung gefaßt,unterthänigst zu folgen. In aller Welt ist dis eine festge-stellte Grundregel: Optimus integres vsrboruin guisguesnoruiu. Jeder verstehet und erkläret sein eigen Wort ohn-fehlbar am besten und richtigsten. Und darum sieht er auchbald ein, daß, so er anders raisonnable und billig seyn wol-le, ers «möglich lassen könne, Gott den Urheber des Wortsvorläufig um seine Erleuchtung zu bitten. Es wird ihmdas keine ketitic» zirincipii seyn, denn er weiß wohl, daß erSmir einer allzuhohen Majestät zu thun habe; die mit ihmpicht nach seiner t,ogie difputiren, sondern ihm die göttli-
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