s!8 Von Egypten. '
Lcete oder 8. ^acmra , worinnen ehemals auch viel Klöstergewesen sind.
§.4. Die Luft ist in Egypten beynahe überall,wenige Oer.
ter ausgenommen, sehr rein, daher man gemeiniglich alldortwenig Krancke sieht. Zwar in den Sommer - Monaten re.giert in diesem Lande eine grosse Hitze, selbige aber zu mäßi-gen, sind in den Städten enge Gaffen, in den Häusern undPallästen aber die Gemächer dergestalt angelegt, daß derNord-Wind, welcher in den heißesten Monaten, als ^uniub.Julius, -U,guüu8, beständig wehet, darin» spielen kan ; überdem finden sich in denen Gemachern auch Luft-Canäle undSpring-Brunnen, wodurch sich die grossen Herren zuerfri-scher, gewöhnet sind: wozu noch kommt, daß zu dieser Zeitdie Ueberschwemmung des Nil-Stroms eintrifft, und sodenndie Sonnen-StrahIen von Morgen bis Abend hin und wiederWelchen zusammen ziehen, die der Nord - Wind des Nachtsauseinander treibet, welches ebenfalls zur Mäßigung derHitze ein vieles beyträgt. Der Winter ist daselbst gar nichtbeschwerlich, man sieht alspenn kein Eis, und regnet es niema-len, ausser ein wenig zu Rosette, weswegen denn die Häuser,und selbst die Kaufmannö-Gewölber, worinnen die kostbarenStoffe verkauft werden, mit keinem Dach wider den Regenund wider die Feuchtigkeit versehen sind; und war es ein großWunder, als der Herr unter andern Plagen Regen und Un-gewikter über Egypten kommen ließ, Exod. 9,2z. coll. Deut.
,i, ,o. In Summa, es ist daselbst ein solch Llima, da man >von keiner Abwechselung der Dürre und Nässe, noch einer un-erträglichen Hitze und Frosts, noch von anderer Veränderungder Luft und Witterung, die an andern Orten, in dem mensch-lichen Cörper allerhand schädliche Kranckheiten verursacht,etwas weiß. Die Tage sind hier alle gleich, und ist bestän-dig einerley Wetter. Das ist aber nicht zu leugnen, daßinsonderheit die Haupt-Stadt Oüro nicht die bequemste Lagehat, sondern weil sie in einem Sand-Grunde und langst einemgrossen Berge gelegen, woher alle Macht der Sonnen-Strahlen auf der Privat-Personen Häuser zurück schießet, so
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