Von China. 477
cken, *) welche ihrer Vielheit und Mannigfaltigkeit halbensehr schwer zu erlernen und zu behalten sind. Wenn sie reden,scheint e 6 mehr einem Gesänge, als einer Sprache ähnlich zuseyn, und im Schreiben machen sie die Zeilen von oben her-unter perpendkcular, an statt daß andere Nationen in die querschreiben.
§. g. Der Religion nach sind sie Heyden und die grö-sten Götzen-Diener, und bestehet dieselbe in drey Secten, dieGelehrten beten ein höchstes Wesen an, der Adel und Pöbelopfern einem guten und bösen Geiste, und die dritte Gattung,so kronres genennet werden, sind Abgötter. Weil aber dieChineser von den Egyptiern herstammeten, oder doch dieHandlung mit diesen unterhielten, so ist kein Zweifel, daß sieauch durch dieselben Nachricht von den Wundern Gottes inEgypten und von dem wahren Volck Gottes und dessen Re-ligion werden bekommen haben ; wie denn ihre Zeit. Rech-nung mit den Jahren, so Moses benennet, ziemlich zutrifft, l)in ihren Fabeln auch manche Mosaische Wahrheit verstecktist; und was das meiste, so redet ihr Öonkuc-ius, den sie nichtnur als den Fürsten der Welt-Weisen, sondern auch als einengrossen Heiligen verehren, von dem zukünftigen Heiligen,der da erwartet wird, II) daher den Sinesern die Zu-kunft des Meßiä nicht unbekannt gewesen ist. Man hatauch gewisse Merckmahle in China angetroffen, daß das Chri-stenthum vor alten Zeiten in diesem Reiche müsse bekannt ge-wesen seyn. Vor mehr als 102. Jahren aber haben die Je-sinken, durch das 8tuciiiun Ivlakbemuticum, davon die Chine-ser sehr grosse Liebhaber sind, sich einen Eingang in diesemReich gemacht, und bey dem letzten Chinesischen Kayser An-
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*) viä. pfeitk Introä. in Orient, äisguikt. k. gu. Lo 40.
I) lluet. l. c. prop.IV. c. XI. §. 1. p. rr?.
II) Its Lontucius regeln sä virtutem säkortstur ; I.egibu»cccli sc terrse ts6ts cjlW conlentiunt, vegue vererl äebet, utcum 8sn6ius ille expeÄstuz sävcnerit , iäem tum vrrkut!ejus, sc änm regnsret, Nonos ksbestur- ttuet. l. c. xrox.VII,§. zr. x.