426 Von Babylonien und Lhaldäa.
Z2.zz. (4) wegen ihrer unverschämten Frechheit. Denn wieeine leibliche Hure kein. Gesetz und Gebot ästimirt, sondernnach ihrem Willen lebt; auch wol trotzet gegen diejenigen, diesie nicht für eine ehrliche Jungfer erkennen wollen ; alsofragt auch die Römische Kirche nichts darnach, ob ihr We-sen mit Gottes Wort übereinstimme, und will nichts destoweniger für die rechte Kirche und Braut Christi gehalten seyn.Eine Mutter aber der Hurerey und aller Greuel auf Erdenwird das Pabstthum nicht unbillig daher genennet: Gleich-wie die Abgötterey zu Babel sich angefangen, und die Ba-bylonier andere Völcker zur Abgötterey, Aberglauben undZauber-Wesen verführeten, ja wohl zu zwingen sich bemühe-ten, wie aus dem Propheten Daniel bekannt ist, c.z,4.beywelcher Babelischen Abgötterey auch viel leibliche Hurereyvorgegangen; also hat auch alles Antichristische Greuel-We-sen zu Rom seinen Ursprung genommen, und istvon dar im-mer weiter ausgebreitet worden. Hiezu gehöret das Ver-bot des Ehestandes, als dessen sich alle, die in Klöstern le-ben, und geistliche Personen heissen, enthalten müssen, wo-durch unzehlich viel Hurerey, Kinder-Mord und stummeSünden verursachet worden und noch.immer werden. Achfür des Pabsteö Greuel behüt uns lieber Herr Gott!
5) Babel war eine Raufmanns-Stadr und trieb starckeHandlung; s) also treibt das gewinnsüchtige Rom und diePäbstliche Cammer noch immer ihre Krämerey mit denPäbstlichen Bullen, Dispensationen, Messen, Ablaß oderVergebung der Sünden und Freyheit mehr zu sündigen, Re-liquien der Heiligen, Rosen-Kräntzen, ^ZnuMei, Bildern,und viel dergleichen Dingen mehr, Apoc. 18,11.12-17.
6) Babel trotzete auf ihre Pracht und Herrlichkeit,grossen Reichthum Und viele Schätze; also rechnet die Römi-sche Kirche ihren florisanten und äussern Glückö-Standsogarunter die Kennzeichen der wahren Kirche: und wem ist nichtbekannt, der grosse Reichthum des Pabstthumö, und derZierrath der Päbstischen Kirchen und Heiligtümer, als der
grosse
-) Siehe oben §-6. x.407.