Von Mesopotamien. Z9)
§. 7. Die Sprache, welche in den ältesten Zeiten,in Mesopotamien üblich gewesen, war die Aramäische oderSyrische, welche mit der Chaldäischen fast einerley ist, wiedavon unten im Capitel von Syrien, ein mehrere wird an-gemerckel. werden. Heutiges Tages aber sind die Türckischeund Arabische Sprache die vornehmsten in diesem Lande.
§. 8. Gleichwie vor der Sündfluth die Kinder Got-teö, von der Familie des Sech, welche die wahre Kirche aus«gewachst, ihren Sitz ohne Zweifel in Mesopotamien und de-nen nicht zu ferne von Eden gelegenen Landschaften gehabthaben, conf. Gen. 4, l6. Also haben auch nach der Sündfluthdie Nachkommen Sems sich allhier eine Weile aufgehalten,und die wahre Religion fortgepflantzet, bis nach und nach dieAbgökterey alles verderbet, als welche schon zu des Patriar«chen Tharah und Abrahams Zeiten sehr allhier überhandge-nommen, Jos. 24, r. um deswillen Abraham den Befehlvon Gott erhielte, von solchem abgöttischen Lande auszuge-hen, v. z. Gen. 12,1. Wie auch die Abgötterey in den fol-genden Zeiten in diesem Lande immer weiter eingerissen, da-von sind nicht nur des Labans Haus-Götzen ein klarer Be-weis, Gen. zl,i9.ZO. sondern es hatte auch fast eine jeglicheStadt oder Landschaft ihren besondern Abgott, wie z.E. derGötter zu Thelassar, r Reg. 19, ,2. der Götter derer zu Se-pharvaim c. i8,Z4- gedacht wird, welche letzteren insonderheitAdramelech und Anamelech genennet werden, und wie derMoloch mit Verbrennen der Kinder verehret worden sind,c. 17, zi. Anderer Götter der Aramäer zu geschweige«, Jud.ro, 6. Zur Zeit der Apostel wohneten viele Jüden und Jü«den-Genossen in Mesopotamien, Act. r, 9. von welchen, wieauch von den heydnischen Einwohnern selbst, viele die Christ-liche Religion angenommen, nachdem nemlich der ApostelIb-icicinuz allhier das Evangelium geprediget, undden König zu Edefla, ^bAgrm, bekehret haben soll. u) Wasauch die Christen für Verfolgungen von den Parthern,Per-sern, Saracenen, Tartarn und Türcken allhier erdulden müs-
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