M a i n.
Noch nicht, o Lahn! vergönn ihm volle Freude,
Lass' Alle uns um ihn versammelt sein!
Doch wer ist's, der so leis' und schen sich dortAuf jenem Hügel zeigt, als sei er nichtVon unsrer Lust berauscht?
Neckn r.
Die Mosel ist's!
Sie lauscht, sie winket; o, die Arme!
Lahn.
Still!
Sie will uns sprechen.
Die Nymphe derMofel, eine Jungfrau mit dem Rcbenkranz, an ihrem Rudereinen dreifarbigen Wimpel, zeigte sich bei den vorhergehenden Worten auf einerFelsenhöhe im Hintergrund außerhalb der Grotte.
Mosel.
Sagt, ihr Freunde doch,
Was führt euch froh zusammen? Theilt auch mirDoch euren Jubel mit, denn einsam leb' ich,
Und freudlos fließt mein Fluß zum Rheine hin,
Und mit den Reben meiner Hügel weintDer Winzer, der sie schneidet, um den Sohn,
Und um den Bräutigam die Braut! Das FestDes Herbstes ziehet klanglos mir vorüber;
Denn meine Söhne frißt der wilde Krieg!
O, gönnet mir die Lust, die euch bewegt!
Wer selbst nicht Freude hat, der muß die LustÄm Glücke des geliebten Freundes suchen!
Main.
Du solltest es nicht wissen, deutscher Fluß?
So nahe uns, warum bleibst du uns fern?
Sie trauet nicht, denn sieh! dreifarbig trägtSie ihre Wimpel noch!