Eine Felsengroltc, im Hintergrund eine offene Aussicht »ach dem Fluß. DerRhein, ein schöner Greis, schlummert auf einem Fclscnlagcr, welches mitEphcu und Wcinlaub umzogen ist; neben ihm liegt eine große Urne, mir demNamen „Rhein" bezeichnet. Der Mai», ein mit Ncbenlaub gekrönterJüngling oder Man», tritt auf, er trägt ein Ruder mit dem GroßhcrzoglichenWappen von Wnrzbnrg und dem Name» „Main" bezeichnet.
M,i i n.
Noch schläft der edle Greis, der mächt'ge Rhein;Der Sorgen Last hat nieder ihn gebeugt,
Er ahnet kaum die neue Sicgessoune,
Die mir in's frohe Antlitz schon gelacht!
Kaum kann die inn're Lust ich bändigenAn's treue deutsche Herz ihm hinzustürzen,
Und alle Freude, die die Brust mir füllt
Wie sonst mein Leid, ihm in das Herz zu gießen!
Er rühret sich!
Es lebt der Rebenkranz auf seinem Haupt,
Es schwebt ein goldner Traum auf seiner Stirn!
dthcin (im Traume).
Germania! schläfst du, o Germania?
ÄI a i ii.
Er träumt von ihr, die nie, nein! nie geschlafen,Die nur in Sclaverei und Trauer stummIn tiefem Eichwald Borzeit suchend ging!
Wer stürzt dort rauschend durch die Felsenschlucht?O Neckar, leis', es schläft der edle Fluß!