war allzeit sehr muntern Sinnes; auch war sie eine gar klugeund verschlagene Frau, und sann allerlei lustige Schwänke aus,ihre Hausfrau zu ergötzen.
An einem Abend saß Bernhard« mit ihrer Amme vor derThüre des Schlosses unter der großen Eiche. Sie hatte ihremRitter ein kleines Söhnlein geboren, das trieb sich im Grasumher und spielte mit bunten Steinen; die Beiden abersprachen also unter einander:
Nern!> arda.
„Liebe Else, ich bin Wohl recht traurig, und wünsche michweit fort von hier."
El sc.
„Und wohin?"
L c r II >1 n r d a.
„Zu meinem Herrn! Ich möchte ihn heimlich überraschenund mich von seinem Wohlsein überzeugen. Sieh, es machtmich traurig, daß ich gar keine Nachricht von ihm habe, unddaß er nichts von seinem Söhnlein weiß."
El sc.
„Er wird bald zurückkehrcn in deine Arme, und alsdannwird wieder eine fröhliche Zeit für uns anbrechen, und HellerJubel durch das Schloß erschallen."
Da sie noch auf diese Weise ihr Gespräch weiter fortsetzten,schlich es auf einmal leise an ihnen vorüber, daß sie Beidevor Schreck zusammenfuhren. Sie blickten sich betroffen anund horchten, ob sie weiter nichts vernehmen; — da klanges traurig zu ihnen her:
„Ach, nimmer will es in dem Herzen schweigen,
Es treibt mich fort, fort aus des Lebens Mitte;
Wo eil ich hin, wer leitet meine Schritte,
Das ferne weite Ziel noch zu erreichen?