28
sie gingen zu der Thüre hinaus. Gockel gab dem Nachtwächterden Hausschlüssel, und dann verließen sie still durch die HintereGartenthüre, die durch die Stadtmauer führte, das undankbareGelnhausen.
Kaum waren sie auf einer nahen kleinen Anhöhe, welchedie Stadt überschaut, als Alektryo sich hoch aufrichtete und miteinem trotzigen kühnen Krähen allen Hahnen von GelnhausenHohn sprach, die erwachend von Haus zu Haus, von Thurmzu Thurm sich wieder zukrähten, so daß die Gockelsche Familiewo nicht unter dem Geläute aller Glocken, doch unter demKrähen aller Hahnen die Stadt verließ.
Als Alektryo gekräht hatte, schauten sie Alle noch einmalschweigend nach Gelnhausen zurück. Es lag eine weiße Nebel-wolke über der herrlichen Stadt, die Sonne schoß mit ihrenersten Strahlen nach den blinkenden Wetterhahnen auf denThnrmspitzen, welche aus dem Nebel hervorblitzten; hie undda drang ein dunkler dichter Bäckerrauch wie eine dicke brauneSchlange durch den Nebel hervor. Frau Hinkel war betrübt.Gackeleia fing laut an zu weinen; ihr Eierweck war ihr gefallen,und sie konnte ihn von dem Hühnerkorb, in dem sie steckte,gehindert nicht aufheben. — Gockel hob sie aus dem Korbeheraus und hängte sich denselben noch hinten auf die Trage,denn Gackeleia wäre mit diesem Neifrock an allen Büschen deswilden Waldes hängen geblieben, durch welchen jetzt ihr Wegführte.
Frau Hinkel, durch das Krähen aller Hahnen in Gelnhausenund durch den aufsteigenden Rauch von neuem sehr betrübt,folgte ihrem Manne mit manchem Seufzer durch den Wald.Sie gedachte an die Herrlichkeit von Gelnhausen, wo immer daseine Haus ein Bäckerladen, das andre ein Fleischerladen ist; —ach, dachte sie, jetzt ist die Stunde, jetzt öffnen die Fleischer ihreLäden, jetzt hängen sie die fetten Kälber, Hämmel und Schweine