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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
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II.

nicht Major geworden ist, für die allergrößte gehalten haben,wenn beim Ritterschläge nach der Frage:Ist kein Dalbergda?" nicht die Frage gefolgt sein würde:Ist kein edler Dynastvon Vadutz da, daß er das Lehnskleinod auf seine Schulternempfange?"

So standen meine Hoffnungen, als nun am Vorabendihrer Erfüllung mich ein alter Diener des Hauses, HerrSchwab, der Buchhalter, an dessen Originalitäts-Staketen alleReben, Geisblatt- und Bohnenlauben unserer Phantasie hinan-gerankt waren, enttäuschte. Dieser seltene Mann setzte demgoldenen Kopfe bald die Amalia, bald die Liesel (so hießen seinezwei Haarbeutelperücken) über die Frisuren, ä I» Taubenflügel,Ninon, Sevigno, Rhinozeros, Elephant, Cagliostro, Mont-golfier, Heloise, Siegwart, Werther, Titus, Caracalla undJncroyable, ohne irgend eine dieser Pantomimen der Zeit, welchedem goldenen Kopfe zugleich durch die Haare fuhren, zu stören.Er beugte sich wie der immer blühende und fruchtende Christ-baum einer derben sachlichen Vorzeit über einen gähnendenAbgrund und über den von Seufzern zerrissenen Zaun derGegenwart bis zu der sehnsüchtigen Jasminlaube der Pfarrers-tochter von Tanbenheim hin, welche beschäftigt war, den kaumverbleichten himmelblauen Frack Werther's und dessen strohgelbeBeinkleider auf dem Grabe Siegwart's gegen Mottenfraß auszu-klopfen und abwechselnd den bei der Urne seiner Geliebten ver-frorenen Kapuziner nach den Methoden des Miltenberger Noth-und Hilfbüchleins aufzuthaucn, während Karl Moor seine bleich-gehärmte Wange an einen Aschenkrug lehnend ihr Mathisson'sElegie in den Ruinen eines alten Bergschlosses vorlas undseitwärts ein Verbrecher aus Ehrsucht mit Lida Hand in Handim Mondenschimmer am Unkenteich Irrlichter weidete undnimmer vergaß, was er allda empfand.

Ein so großes Stück von der Geschichtskarte der Phantasie