A66
euch gern etwas geben, aber meine Rosen blühen nicht!" In demAugenblicke blühen die Rosen, gelb, roth und weiß. Die Tochterweissagt ihr. Die Mutter Gottes schenkt ihr eine Windel. DerGeliebte kommt, er bringt ihr den Siegelring des Hcrodes, znmBeweise daß er abgeschickt sei, Jcsum zu ermorden; die Tochterverläugnet sie und besänftigt ihn. Sie weckt Joseph und mahnt ihnzur Flucht; er flieht, sie geleitet ihn. Die Mutter Gottes weissagt ihr.Der Liebhaber hat das Goldkästchcn der heiligen drei Könige, worinMarien's Trauring ist, gestohlen. Die Mutter Gottes sagt ihr: „EureSchuld werden nur die drei Rosen retten, wenn sie endlich lebendiggeworden und das Unglück der Ringe getilgt haben, wenn sie selbstein Ring geworden; dann auch erst wirst du in die ewige Seligkeiteingehen, der Same des Diebs aber wird trostlos sein und hoffärtigin alle Ewigkeit," und so zieht sie von dannen.
Ko sine, ein junger Maler, hat beim Ballschlagen seinen Ringan den Finger eines Vennsbildes gesteckt; dieses aber den Fingereingekrümmt, daß er den Ring nicht mehr gewinnen konnte. DieNacht hat er einen üppigen Traum und findet am folgenden Tageinen andern Ring an seinem Finger; hiedurch fällt er in Lüste. Erbekommt ein Bild zu malen im Nonnenkloster und bekränzt eine Nonnemit Rosen, fleckt ihr den Ring der Venns an und verführt sie. Sielegt als Pförtnerin Marien die Schlüssel hin und entflieht; Mariathnt ihre Dienste indessen. Die Nonne gebiert ihm drei Mägdlein:Rosarosa, Rosadore und Rosablanke. Die Erste setzt sie vor-dem Haus ihres Vaters ans; sie wird mit dessen Sohn Jacoponeerzogen, der sie, seine Schwester, nachher heirathet, ohne cs zu wissen-Diese lebt sehr fromm und stirbt durch den Brand des Theaters; ihrMann wird dadurch ein Büßender. Das folgende Jahr gebiert sic dieRosadore und setzt sie vor dem Mnttergottesbild ans; eine Sängerinerzieht sie, und dieses Kind ist Biondettc. Er beredete sie immerzum Aussetzen. Während ihrer j dritten Schwangerschaft ist sie imAusland und er will sie wieder dazu zwingen, aber ans Sehnsuchtnach ihren Kindern und einer Ahnung des Todes eilt sic nach Bolognazurück und klingelt am Kloster; sie fleht um Obdach als eine kranke