Druckschrift 
3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
326
Einzelbild herunterladen
 

326

Von des Bildes Augen fließen,Wunder Gottes! bittre Thränen,

In die Arme muß sie's schließen,

Ach, sie möchte es versöhnen!

Und dem Bilde gegenüberSitzt zur Harfe sie am Bette,

Und die Augen strömen überDer verlorenen Biondette.

Wo ist die, die aus der WüsteAufgeht, auf den Freund gclehnet?"Spricht Meliore nun, und grüßteSie, nach der sein Herz sich sehnet.

Auf dein Herz gleich einem SiegelWar sie wahrlich doch gesetzct:

Goldne Rose, deinen SpiegelHat die Schlange bös verletzet.

Um den Apfelbaum sich schlingend,Der die Mutter dir bedeckte,

Als sie rang zur Welt dich bringendBös die Schlange mich erweckte!"

Aber trauernd sitzt die Süße,

Läßt die Harfe leis' erbeben,

Daß ihn schön das Leben grüße,

Das die Liebe ihm gegeben.