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3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
323
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Sieh, dem Feigenbaum entspringenKnospen; ans dem Aug' der RebenSüße Wollustthränen dringen,

Also weint mein junges Leben!

Wie in dunkeln FelsenritzenTurteltauben auf dem Neste,

Also will ich bei dir sitzenIn dem Glanz der Blüthcnäste.

Und es tönet meine Stimme,

Süß, o süß ist meine Kehle,

Bis wetteifernd süß ergrimmeUnd verglimme Philomele!

Und ich singe zn dir nieder:

Mein bist du und mir gegeben,

Und es sehn dich meine LiederUnter Rosen weidend schweben!""

Wie sie also thöricht singet,

Spricht Meliore:Meine Schwester,Fromme Taube, ach, es schlingetSich des Todes Band nur fester!.

Nachtthau mir vom Haupte fließet.Und es wecket mir im Herzen,

Wenn sich gleich mein Auge schließet,Deine Liebe bittre Schmerzen!

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