Druckschrift 
3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

286

Einsam sitzet JacoponeAuf dem stummen Sterbelager,

In der Todten DcmantkroneMit des Schmerzes Blick hinstarrend.

Keine Thräne ihm entrollet;

Seine tiefe Trauer raget,

Wie die Wüste öd' und trocken,

Auf, am Horizont verschmachtend

Ohne Schatten, und die SonneSelbst ein tiefer Fcuerschatten,

Der sich wie ein weiter Bogenlieber seinen Scheitel lagert.

Die Gedanken an dem BodenSchleichend, in dem glühen SandeAlle Spuren von dem OdemHeißen Sturmes stets verwaschen;

An dem Himmel keine Wolke,

An der Erde keine Pflanze,

Auch kein einz'ger kühler TropfenIn dem ungeheuren Plane.

Also sitzet JacoponeIn der Wüste seines JammersIn die Helle DemantkroneDer geliebten Leiche starrend.