Druckschrift 
3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

180

Nun tritt sie zurück zum Zelte,Das nach ihr hernieder wallet,

Aber rings Gesang sich hebet,Freudig Flöt' und Zimbeln klangen.

Jauchzend durcheinander wehtenAlle Töne, und es schwangenTriumphirend sich die Chöre,

Wie ein Wald voll Siegespalmen.

Schneller, jubelnder und Heller,

Bis zu einer wilden Flamme,

Die sich wieder selbst verzehrte,

Bis zur stillen glühen Asche.

Da trat still einher BivndctteUnter weißem Rosenkränze,

Ihre Locken, goldne Flechten,

Von der Stirn zum Gürtel fallen.

Um die zarten Glieder bebetIhr ein schlichter, weißer Mantel,An des Gürtels SilberketteHängt ein Brod und eine Flasche.

Ihrer Augen blaue Quellen -Lassen Thränenpcrlcn fallenIn der Maienglöckchen KelcheAn dem goldnen Knauf der Harfe.