397
Selig, gehst du treu zur Seiten,Schweb' ich durch die Wctternacht,
Ist es doch ein süßes Leiden,
Wenn die fromme Lippe lacht.
O, unnennbar lebend Sterben,Himmelsbrod in Erdennoth!
Lachen in uns selbst die Erben,
Macht der Tod die Wangen roth!
Tagsanbruch im Augenbrcchcn,Glüh'nden Durst machst du zum Trank,Dornen blüh'n, wenn Rosen stechen,Erdcnhcil ist himmelskrank!
Wer bist du? mit müden HändenFasset dich mein letzter Traum,
Als die Nacht sich wollte wendenTratst du hell ihr ans den Saum.
Lichtes Sprosse, — Himmelsleiter,Engel, steig' allein nicht auf,
Öffne doch die Thüre weiter,
Treibe meinen müden Lauf.
O, süß Kind, Geliebte,-Schwester,Schatten, Leben, Leid und Lust,
Alle Vögel haben NesterUnd mein Herz hat eine Brust.
'