Druckschrift 
1 (1852) Geistliche Lieder
Entstehung
Seite
395
Einzelbild herunterladen
 

393

Gleich' ich doch dem armen Schwimmer,Der zum theuren Ziele ringt,

Den, verführt von falschem Schimmer,Bald das wilde Meer verschlingt.

Alles Hab' ich sinken lassen,Sinken alle Lust der Welt,Eines treu an's Herz zu fassen,Was mich über Meer erhält.

Eine Gott gefallne BlütheTrägt und hebt mein brennend Herz,Treib', o Woge, die verglühteAsche endlich heimatwärts.

Aber diese Blüthe kühletEwig mir die heiße Gluth;

Nie verzehrt, die in mir wühlet,

Mich der Flamme irre Wuth.

O, ertränk' mich, wilder Ziegen,Schleudre mich, du Sturm der Nacht,Einem scharfen Fels entgegen,

Daß mein schwerer Traum erwacht.

Wind und Wasser um mich zanken,Auf den Bahnen wankt das Licht,Schwarze Wolken der GedankenStürzen vor das Weltgericht.