214
„Hier, wo die Unschuld schweigend hat getragen,
Hier, wo die Schuld bekennend ward gesund,
Werd' aller Lieb' es leicht, zu wehcklagcn,
Und lächle allem Leid ein Gnadcnmnnd."
Da lächelte ihr Mund dem Sohn, dem Manne,
Der Mönche Schaar, die betend sie umgab,
Dann schied die Seele aus des Leibes Banne,
Der mit gekreuzten Händen ruht im Grab.
Und , 1 s ' "s rings die Mönche singen;
Und Vögel, denen sie ihr Brod gctheilt,
Sind, ihres Dankes Huldigung zu bringen,
Veit Blumen sic bedeckend hcrgeeilt.
Und Cedernreiser hänfen sie zusammenUnd streuen edles Harz an Grabes Rand;
Es läßt der Sohn des Dankes Opfer flammen,
Und Weihranchwolken ziehen weit dnrch's Land.
Dann sang der Sohn das Büßlied durch die Lüfte,Der mit dem Lied vom Kindlcin es dnrchschlang,
Bis seine Seele im Geleit der Düfte >5,
Empor bei'm tlloriri in Uxcelsi 8 drang.
So mehrten sich von Zeit zu Zeit die Hügel,
Manch leidenmüdcö Haupt ging hier zur Ruh';
Mit Blüthcn deckte hier das WaldgeflügclManch wundes Herz im Tode heilend zu.