Druckschrift 
1 (1852) Geistliche Lieder
Entstehung
Seite
210
Einzelbild herunterladen
 

21 «

Sie rast und tobt, bis um der Mutter HändeDer Knabe Sankt Marina's Gürtel wand;

Da ging an ihr des Satans Macht zu Ende,Da ward der Gnade Macht an ihr erkannt.

In Strömen weinend ans des Knaben WangenFleht sie:Unschnld'ger Zeuge meiner Schuld,Hilf betend mir von Jesu Gnad' erlangenDurch sein Verdienst in seiner Braut Geduld."

Da spricht das Kind, wie es Marina lehrte,

Des Herrn Gebet fromm seiner Mutter vor,

Und schluchzend betet die von Ren' VerzehrteDie Bitten nach, cinstimmt der Mönche Chor.

Doch als sie sprach:Herr in Versuchung führeUns nicht! o Herr vom Bösen uns erlös',"Erbebt sie, und aus ihres Mundes ThürcFährt aus der Lügengeist mit Wnthgetös.

Ta hörten Alle, daß ein süßes AmenMarina leis mit reiner Lippe sprach,

Und Priesen hoch der Jungfrau hcil'gcn Namen,Die so getreu dem Lamme folgte nach.

Und ihres Ruhmes gute Engel flogenZum Meer hinab, zum Libanon hinan,

Mit Kreuz und Fahne kamen hergczogcnTie Klöster rings; die Wüste ward zur Bahn.