2VÄ
„Und weil das Wasser Gott in Zornes TagenUnd Gnadentagcn reinigend bestellt,
Sollst du ins HanS auch alles Wasser tragen;
Denn deine Schuld ist gleich der Schuld der Welt.
„Draus vor der Thürc büßtest du als Laie,
Bis du dich frei gedient und ansgesühnt;
In: Hanse werd' dein Büßen dir zur Weihe,
Bis deine Buße dir Verdienst erdient."
Marina dankt und küßt des Abtes FüßeUnd rings den Mönchen des Gewandes Saum;
Daß sie im engen Kloster schwerer büße,
Schien nun die Wüste draus ein schöner Traum.
Tief sehnt Marina sich und übt mit TreueIhr mühesclig Amt von Tag zu Tag/
Ein rührend Gnadenbild zerknirschter ReueWankt sie umher, bis sie der Last erlag.
Da naht ihr Ziel, es brechen ihr die Glieder,
Und auf des thenern Vaters HügelgrabZieht sie die Last des WasserschlauchcS nieder,
Und leget sic des Lebens Bürde ab.
Und zu den Mönchen eilt und spricht der Knabe:
„Kommt, holt den Schlauch, ich weiß nicht, waS geschch'n,Mein Vater saß bei seines Vaters GrabeUnd betete und schlummert jetzt ganz schön."