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1 (1852) Geistliche Lieder
Entstehung
Seite
199
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Der bösen Dirne Mnttcr trägt den KnabenHin zu Marina, spricht zu ihr mit Hohn:

Es füttern ihre Brut ja alle Naben,

So füttre schwarzer Mönch auch deinen Sohn."

Marina dankt und singt, ihr Leid zn süßen:Gott Lob, uns ist geschenkt ein Kindclein,

Mein sündig Herz ruht dienend ihm zn Füßen,Tenn alle Macht ruht ans den Schultern sein!"

Sic wiegt den Knaben ein an ihrem Herzen,

Er schläft gewärmt von reiner Liebe Gluth,Gcnähret von dem Brode ihrer Schmerzen,Getränkt von ihrer Thräncn heil'ger Flnth.

Zwei Jahre so mit diesem armen KindeStand büßend noch Marina vor dem Thor,

Und weicht in Thränen ihm die harte Rinde,

Die man ihr täglich mit der Schuld wirft vor.

Und lehrt es treu mit süßen Mutterrcden,

Wie einst der liebe Vater sic gelehrt,

Für seine Eltern und für Sünder beten;

Tic Mönche hörten's, Gott hat cs erhört.

Und als in des Adventes heil'gen TagenDie Sehnsucht allem Trost entgegen wallt,

Lehrt fromm Marina ihren Knaben fragen,

Ob wohl das Jcsnkindlcin komme bald.