Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
608
Einzelbild herunterladen
 

L)v8 Von den Wuilderwercken.

Gott als ein freiwilliges Wesen erkennen lernen, der dieNatur und Crearur auch anders und nicht so machen, undauch in derselben anders und nicht so würcken können *); so ^beweiset er die Freyheit seines Willens und seine Macht nochimmerzu in der .That, weil er die Welt und Die Dinge m derWelt als was Zufälliges, nicht nur in ihrer zur Würcklich-kett gebrachten Ordnung, und nach dem einmal eingerichtetenLauf erhält und regieret, und also in e) mit l') und durch g) ^die Natur würcket: sondern auch oft ohne ii), über i), und ,>5-wider den ordentlichen Lauf der Natur auf eine ganH Lr.außerordentliche und ungewöhnliche Werft eine Begebenheithervorbringet.

§. 4 . Dergleichen übernatürliche und ungewöhnliche Wür- Michckrrngen, welche alle natürliche Kräfte der Creatur, und die ein-

Äklsil»!

*) Siehe Bibl. Phys. !. c. §. 9. L ,o. p. rs. llz. ^

e) Gott würcket r» die NarurundCreatur; denn weil nichts ausser Gottallein, der ein selbständiges Wesen ist, durch eigne Kraft fortdauren »der bestehenkan, sondern alles wieder in Nichts verfallen würde; so dependirt die gantzeNatur der Dinge in ihrer Würcklichkeit von Gott, wie in der Erschaffung,also auch in der Erhaltung, und es bestehet alles in ihm, Col. 1,17. Er trägtalle Dinge mit seinem kräftigen Worte, Ebr. i, z. Er würcket alles in allen,1 Lor. 12, 6. Siehe Bibl. Phys. i Th- c. 2. §. »o. p. 2z.

k) Gott würcket mir der Narur, weil er ;u denen natürlichen Actionenund Verrichtungen der Creatue, so fern dieselbe ihre Freyheit und Kräfte nichtmißbrauchen, durch seinen unmittelbaren Einfluß selbst concurriretk) Gott würcket durch die Narur, weil er vermittelst derselben Gnadeund Wohlthat, oder Zorn - und Straf - Gerüchte ausübet.

K') Gott würcket ohne die Narur, und deren ordentliche Kräfte undGesetze, also, daß er an einem Cörper dergestalt unmittelbar einen Effect her-vorbringt, daß weder des Lörpers eigne natürliche Kraft, noch eine andereCreatur ausser ihm, das geringste dazu beyträgt, z. E die Lebeirdigmachungeines todten Cörpcrs, ungleichen die Augenblickliche Gesundmachung eines ab-wesenden todtkrancken Menschen, geschiehet ohne alle natürliche Mittel, d. i.ohne alle ordentliche Kräfte und Gesetze der Natur. Siehe seeywillige Heb-opfer 4;. Beytrag.

knock

NjNL«

ÄliM

drdnii

Äten?

-äeAl

HM»

-ÜA-,

>) Gott würcket über die ordentlichen Kräfte und Gesetze der Natur, also.Laß er an einem Cörper dergestalt mittelbar einen Effect hervorbringt, daßzwar des Cörpers eigne, oder des Mittels natürliche Kraft, das Ihrige mitdabey thut, aber doch durch eine höhere Kraft Gottes also elevireNvird, daßein weit grösser oder herrlicher Effect entstehet, als jene vor sich nimmermehrerreichen könnte, z. E- wenn ein Blindgebohrncr durch blosses Anrühren se-hend ; oder ein Todter durch ei» blosses Anhauchen, oder Wort, oder durchdie natürliche Wärme eines Propheten wieder lebendig geinacht wird: denn

d«

^ ilL!>j

,^-ll