Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
351
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Von den fruchtbaren Bäumen. Zzr

chen man in Europa niemahls soll zu sehen bekommen; wohlaber ein aus den verwundeten alten Myrrhen-Bäumen geflos-senes Gummi, welches in dreyerley Arten unterschieden wird,die erste heistmyrrüa eleÄg, die auserlesene, so rauh, rein undgummicht, und die beste ist; die andere heist die feine, und istleicht, hell, roth, klar und durchsichtig; die dritte Art, welcheschwer am Gewicht, und schwach ist, heist die gemeine, undwird nicht sonderlich hoch geachtet*.

Die edelste Myrrhen, Gracce, heist auch im Hebr.

libertatis 5 . libers i.e. prolxi, inAenua, non säulte-rats, die schön, hell und unverfälscht ist, oder weil sie ungezwun-gen und ohne den Baum zu ritzen von selbst fleust, und wardasVornehmste, so zum Heil. Salböhle genommen ward, damitdieKönige, Priester, Propheten und die Heil. Gerüche gesal-bet wurden, Exod. 30, 23 **. Sonst sind die Myrrhen einkostbar und vortrestich Gewürtz, das unter die herrlichstenSchätze und Kostbarkeiten der Morgenländer gerechnet wor-den, Gen. Z7,25. c. 4z, n. Match. 2, n. Esth. 2,12. vornem-lich wegendes sehr anmuthigen und lieblichen Geruchs, Cant.r,13. um des willen die Königlichen Bräute oder Jungfrauen,welche zum Könige in Persien kommen sollten, sechs Monathlang mit Myrrhen-Oehl gesalbet werden musten, Esth. 2,12. jaunter denen wohlriechenden Sachen, womit die Kleider derVornehmen, auch so gar die Betten und andere Sachen ange-feuchtet und besprenget wurden, stehen die Myrrhen obenan,Ps.45,9. Prov. 7,17. zu geschweige», daß die Alten demWein einen angenehmen Geruch gemacht mit Myrrhen-Tropf-fen, damit man ihn mit desto grösser» Vergnügen trinckenmöchte, klin. 1.14. c. iz.

Die Myrrhen haben eine recht Hertzstärckende Arafc, undsind ein Mittel die Schmertzen, wo nicht gantz zu benehmen,jedoch zu lindern. Darum hat man denen zumTode verurlhei-leken vor Zeiten mit Weyrauch oder Myrrhen vermischtenWein zu trincken gegeben, damit ihnen der Kopf eingenommen

würde,