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der pflantzen. §45
lebendiges Gewächs hervorbringen kan. Demnach bestehetdas Leben der pstamzen, d. i. wenn sie frisch bleiben undfortwachsen sollen, in dem Zustand einer ungehinderten Be-wegung des NahrungS-Safts, von einem Theil zu dem andern,gleichwie die ordentliche circularion oder Umlauf des Geblütsim Corper, der Thiere und Menschen, dieselben gesund und beyLeben erhält; und denn daß nichts von der Zusammensetzungder Theile verdorben wird. Nun wird der Jährlings-Gafc, besten eine zureichende Menge erfodert wird, aufmancherley Weise erhalten und befördert, als i) durch diesaltzigen, sonderlich salperrichten und öhlichten Theilchen derErde, welche durch das Master, so die Erde befeuchtet, aufge-löset werden : 2) Durch die salpetrichten, saltzigten und öhlich-ten Ausdünstungen der Luft, welche der Regen und Thau ansich nehmen, und den Pstantzen, durch die vielen offenen Luft-Löcher, so sich in ihnen befinden, zuführen, und welche in denmriculi8 oder Blaßlein als kleinen Mäglein auf eine besondereWeise verändert, und zu einem Nahrungs-Saft zubereitet wer-den: z ) Durch gnugsame Wärme der Sonne, ohne welcheder Nahrungs-Saft nicht zubereitet werden mag, noch sichherum bewegen kann; wie man denn siehet, daß der Saft imWinter, wenn es kalt ist, nicht in die Baume steiget, sobaldaber gegen den Frühling die Sonne den Tag über warm schei-net, gleich in grosser Menge wieder Hineintritt. Denn weil inder schwammichten Materie der Rinde, darinnen der Nah-rungs-Saft zubereitet wird, wie auch in den Luft-Röhrleinviele Luft anzutreffen, und die Luft von der Wärme ausgebrei-tet wird, so werden nicht allein die Bläßlein gedruckt, daß ihrSaft zwischen die Rinde und das Holtz ausgepreiset, auch durchdie Röhrlein in dasselbe und das Marck hineingepresset wird,sondern der Saft wird anch in den Röhren weiter gedruckt, undtreibt die Theilchen der Theile von einander, wodurch sie verlän-gert, grösser und stärcker werden: 4) Durch einen freyen Au-fiuß von reiner Luft, daß die Pflantzen wohl ausdampfen undtranspiriren können, welches nicht geschehen kan, wo diePflanhe in einen engen Ort eingeschlossen oder zusehr verwahret tst.
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