Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

76 Von den Witterungen der vier Iahrs-Zeiten.

ben, derer Wahrscheinlichkeit sehr leicht betrüget, z. E. dieRe-geln von der Fruchtbarkeit des Jahrs, nach einem trocknenMertz, nahen April und kühlen May. Denn hier können vielandere Ursachen die Gewißheit dessen in Zweifel setzen, und wer-den dabey noch viel nöthige Versuche anzustellen erfordert. Ei-nige selchen aber lausten gantz rv'der alle Vernunft undErfahrung, z. E. diejenige, welche man mit I'coIemLo, ^auch aufgantze Jahre hinaus aus den Sternen prognoliiciret, l

nachdem nemlich dieselbe ihre gewisse Aspecten unter einanderhaben. Wie falsch aber solcher vorgegebene Einfluß der Ster-nen mit der darinnen gegründeten Wahrsagerey sey, ist daherabzunehmen, weis solcher heute zu Tage gantz verworffenwor-den, und auch selbst verständige Stern-Deuter erkannt haben,daß man den Gestirnen weiter keine Wirckung einräumen darf,als die von ihrem Licht herrühret. Nun aber ist das Sternen-Licht so gering, daß wir die meisten nicht sehen, und auch dermeisten ihr Licht so schwach, daß wir nicht die allergeringste Ver-änderung davon aufdem Erdboden vermuthen können. Dennwo das Licht nicht einmahl gesehen wird, sondern eine dicke Fin-sterniß verbleibet, da kan man auch keine Wirckung von demLicht vermuthen, nicht einmahl solche, welche unsere zarte Au-gen-Fäserlein ein wenig bewegen könnte. Zu geschweige», daßdergleichen Stern - Deuterey gantz wider die Absicht desSchöpsters ist, und darum auch in der H. Schrift selbst Lm-probirek, und verworffen wird, Es. 47, iz. Deut. 18,12. n.Und bleibt es auch wohl bey dem Ausspruch des weisen Sirachs,c. 16,19. was der Herr thun will, das stehet nie-mand, und das Wetter, so vorhanden ist, merckeckein Mensth.

Endlich sind einige Zeichen der Witterung, die bloß nachdem Aberglauben schmecken, nemlich: diejenigen, die manvorlängst die Bauren-Practica nennet, auch so gar in deutscheReime gebracht, z. E. Wenn man aus der Witterung in derChrist-Nacht und denen darauf folgenden 12 Tagen und Näch-te, von der Witterung des gantzen Jahres urtheilen will. Zugeschweige« anderer falschen Einbildungen, unrichtigen und un-

gegrün-