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Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
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72 Von den Witterungen

deren Stelle bringet, vornemlich, wenn er aus einem kaltenOrt bläset: wenn aber derselbe aus einer Gegend bläset, wo erwärmere Luft mit sich bringet, als wir bey uns haben, kan erdie Sonne in ihrer Wirckung gewaltig fördern. 5) Daß inder Luft grobe Dünste sind, wie kleine Küglein anzusehen, inwelchen das Sonnen-Licht gebrochen wird, daher die Strahlenhin und wieder dichter auf einen Ort fallen, und es wärmermachen, als wo die ungebrochenen hinkommen. Da nun diedichten Strahlen bey nahe brennen, als wenn das Sonnen-Licht durch die Refraction in etwas erhabenen Glas-Scheibenverstärcket wird; So ist es nicht anders, als wenn man von derSonne hin und wieder gestochen werde. Daß aber die Ursachedessen wircklich in den Dünsten zu suchen, die schon in Tropffenzusammen zu fliesten beginnen, ist daher klar, weil bald derRegen erfolgt, wenn die Sonne sticht. Wie wirS denn auchals ein Zeichen des Regens annehmen.

§. 7. Der Vortheil, welchen man auch von der unbestan-digen oder veränderlichen Witterung hat, ist unter andern:

1) Der Unterscheid der fruchtbaren und unfruchtbaren Iah«re; Denn wenn die Wärme der Sonnen, Regen und Thau,Winde und dergleichen Ursachen der Fruchtbarkeit, ein Aahrwie das andere wären, so könnte man nicht sagen, warum ein-mahl mehr Fruchtbarkeit, als das andere seyn sollte: warumHagel und Ungewitter zu einer Zeit mehr Schaden thun könn-ten, als zur andern: ja gar, warum sich Gott, als Schönsterder Natur, seiner Creaturen bald zum Nutzen, bald zum Scha-den der Menschen bedienet: und warum die Menschen Ursachhätten, Gott den Herrn um fruchtbare Zeiten stets anzurufen,und als ihren Brodtherrn zu fürchten, lieben und vertrauen.

2) Daß man erkenne und fühle, wie Gott den Lauf derNatur oft austerordentlich regiere, und durch das Wettergleichsam unmittelbar seine Gegenwart offenbare.

z) Daß man daher von der bevorstehenden Witterung ur-theilen kan, mästen dieselbe manche Veränderung an den Welt-Körpern, an der Luft, an den Thieren, und leblosen Creatu-ren

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