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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Seite
511
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er sagte: so und so meine er es, und sie solle ihn rechtverstehen. Da sagte einst Hedwig:Hör' mal', wenn dumir was zu denken gibst oder sonst 'was anbringen willst,sag's doch grad 'raus, mach' kein so Schmierale drum'rum, ich will dir nachher schon sagen, ob ich's versteh'oder ob ich's nicht mag." Der Lehrer that dieses letzteBruchstück seines vereinsamten, bloß innerlichen Lebens abund lebte sroh und gemeinsam mit Hedwig.

Selbst auf die Schule verbreitete sich bald der neuerwachte Geist des Lehrers. Er knüpfte seine Erzählungenund Beispiele geschickt an die nächste Umgebung an; emsigsammelte er an einer Geschichte des Dorfes, um sie künftigzum Anknüpfungspunkt und zur Veranschaulichung derGeschichte des Vaterlandes zu benutzen.

Manche kluge Leute wollen zwar behaupten, der Eiferdes Lehrers werde bald erlahmen, wir aber dürfen ver-trauensvoll das Beste hoffen.

Der Frühling nahte, die Glocken wanderten nach Romum dort die Geschichte des Dorfes zu berichten, es istgewiß, daß sie von dem vergangenen Winter wenigerSünden zu berichten hatten.

Ostern war vorüber und nun war der Tag der Hoch-zeit da, er war auf den Jahrestag festgesetzt, an welchemder Lehrer zuerst in das Dorf gekommen war. Am Vor-abende ging Hedwig zu dem alten Lehrer und bat ihn,morgen auch ein recht schönes Vorspiel zu machen, da erdie Orgel in der Kirche zu spielen hatte. Der alte Mannlachte in sich hinein und sagte:

Ja, du wirst dich freuen."

Am andern Tage ging es mit Musik zur Kirche.Hedwig gleichgeschmückt mit ihrer Gespiele, der Agnes,der Lehrer ebenso mit einem Strauße geziert, wie seinGespiele/ der Thaddä; der Buchmaier, der Johannesle undder jüdische Lehrer hinter ihnen. Als Alles versammeltwar, begann der alte Lehrer das ^Vorspiel. Auf demAntlitze eines Jeden schwebte ein Lächeln, denn der alte