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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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507
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„Hedwig, die Banditenbraut, von Körner" lasen; das Aben-teuerliche, Salbungsvolle griff tief ein. Als das Stückzu Ende gelesen war, fragte Mathes: „Wie ist es dennmit den Räubern im Keller gegangen? Sind sie verbranntoder hat man sie gerichtet."

Der Lehrer mußte über diese teilnehmende Frage la-chen, er wußte aber keine Antwort; vielleicht ist einer derLeser so gut und läßt ihm eine zukommen.

Mitunter wurden auch die alten Volksbücher gelesen,und besonders die Schildbürger erregten großen Jubel.

Allgemeine Bemerkungen in sein Taschenbuch einzu-tragen, dazu hatte der Lehrer nur selten Zeit und Stim-mung; was er dachte, gab er sogleich den Männern preis,und was er dachte und fühlte, offenbarte er Hedwig undes war ihm genug, es so ausgesprochen zu haben. Den-noch finden wir einige Bemerkungen in den früher ange-zogenen Blättern:

„Wenn ich diese Blätter ansehe, ist es mir oft, alswar ich früher ein sonderbarer Egoist; ich habe die Weltnur in mich aufzunehmen, nicht mich an sie hinauszu-geben getrachtet. Was ist all' die eigensüchtige Verfeine-rung der Gefühle gegen einen einzigen Gedankenfunkenin eine fremde Seele geworfen? Das ist tausendmal mehrwerth als alle noch so sinnreich schwelgerischen Betrach-tungen. Es ist gut und war wohl nöthig, daß ich diesehinter mir habe . . . ."

„Wie gar leicht ist es, groß, vornehm und gelehrt zuerscheinen, wenn man sich vom Volke zurückzieht, sich einenbesondern Palast des Wissens und Denkens auferbaut, eineBurg auf hoher Bergesspitze, fern von den Thalbewohnern.Steigt man aber herab zu den Menschen in den Niede-rungen, lebt man mit ihnen und für sie, da erfährt man'soft, wie man bisweilen die einfachsten Dinge nicht weiß,die besten Gedanken nicht ahnt. Ich habe einmal gelesen,daß es Fürsten gibt, die sich dem Volke nie oder nurselten zeigen; da ist es freilich leicht, sich mit Majestätzu umhüllen."