Die Kirchweihe war gekommen, die beiden Liebespaaregingen oerabredetermaßen zum Tanze.
Jetzt stand der Lehrer nicht mehr draußen im Felde,wahrend drinnen im Dorfe Alles jubelte und tanzte, erselber war mitten unter dem tollen Lärm; noch aber warer nicht ganz dabei.
Die beiden Tage der Kirchweihe war er fast immerauf dem „Tanzboden," nur manchmal ging er mit Hedwigund Agnes hinaus in's Feld, um dann neugestärkt wiederzurückzukehren. Oft durchzuckte ihn auch ein tiefer Schmerz,wenn er eines der unreinen Lieder vernehmen mußte; erhätte dann gerne sich und Hedwig die Ohren verstopft.Der Gedanke befestigte sich in ihm, auf die Lieder vorAllem seine Wirksamkeit und seinen Einfluß zu üben; erhatte sich die Gunst der jungen Burschen durch die Theil-nahme an ihrer Lustbarkeit gewonnen, hieran wollte ernun anknüpfen.
Bis zum Kehraus hatte er zwei Nächte lang aus-gehalten, am dritten Tage aber, als die Kirchweih feierlichbegraben wurde, konnte er sich nicht dazu bringen, auchdieß mitzumachen; er stand vor seinem Hause und sah wiedie Burschen dahinzogen, die Musik mit einem Trauermarschevoraus, dazwischen sang man halb weinerlich:
O Kirwe bleib an no mai do,
O Kirwe laß nimmermai no,
Drunten im Flecke,
Will d' Kirwe verrecke;
O Kirwe bleib au no mai do,
O Kirwe laß nimmermai no.
Ein Schrägen, auf dem zerbrochene Flaschen, Gläser,Stuhlbeine lagen, wurde feierlich geleitet und draußen aufder Hochbur wurden diese Zeichen der Vergänglichkeit inein Grab gescharrt und Trauerreden dabei gehalten. —
Trauer und Freude wechselten bald nach der Kirchweiheim Hause Johannesle's. Constantin war zum Gemeinde-