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sagte: „Ich versprecht Euch hoch und heilig/' Er ließdie Hand nicht mehr los, und verlegen zur Erde schauendsagte das Mädchen:
„Ich, ich hab', ich hab' das Hühnle in meiner Brustausgebrütet; die Gluckhenn' ist verscheucht worden undda hat sie die Eier liegen lassen und wie ich das einzigEile gegen das Licht gehoben hab', hab' ich gesehen, daßschon ein Köpfte drin ist, und da hab' ich's halt zu mirgenommen. ... Ihr müsset mich nicht auslachen, aberwie das Hühnle 'rauskommen ist, da hab' ich mich vorFreud' gar nicht zu halten gewußt; ich hab' ihm einFederbettle gemacht, hab' ihm Brod gekaut und hab'sgeäzt, und es ist schon am andern Tag auf dem Tisch'rumgelaufen. Es weiß Niemand was davon als mein'Ahne. Da ist mir jetzt das Hühnle so treu, wenn ichin's Feld geh' muß ich's einsperre», daß es mir nichtnachlauft. Geltet, ihr lachet mich nicht aus."
„Gewiß nicht," sagte der Lehrer, und ging noch eineStrecke Hand in Hand mit Hedwig, dann aber verwünschteer die Ordnungsliebe nnd Sparsamkeit des alten Lehrers,der den weiter» Weg so eng gemacht hatte, daß mannicht neben einander gehen konnte.
Unser Freund war sehr erzürnt, als der alte Schnllchrermit ungewöhnlich schnellem Lachen den beiden Ankom-menden zurief:
„Kennet ihr schon einander? Hab' ich dir's nicht schonlang gesagt, Hedwig, du mußt einen Schnllchrer kriegen r"
Dieses »»zeitige Anfassen einer kaum knospenden Blüthethat unserm Freunde in tiefster Seele weh, doch er be-musterte seine Empfindlichkeit und schwieg; er staunte aber,daß Hedwig, als ob nichts gesagt worden wäre, begann:
„Vetter, ihr müsset morgen eure Sommergerste inden Holzschlägeläckern schneiden, sie ist übcrzeilig und fälltsonst ganz um."
Es wurde wenig gesprochen, Hedwig schien sehr müde,sie setzte sich auf die Bank vor einem Baume. Die beidenLehrer sprachen nun mit einander, aber unser junger Freund