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Nicht wahr, es ist ein sauber's Mädle? Der alt'Schmiedjörgli sagt ihm immer, wenn es das Dorf hinein-kommt, es wär' grad wie sein' Ahne. Der Schmiedjörgliist noch der einzig von denen jungen Bursch, mit denenich getanzt hab'; jetzt ist es grad wie wenn wir hundertStund' von einander wären, er sitzt drinnen im Dorfund kann nicht zu mir kommen und ich nicht zu ihm;wir müssen halt warten, bis wir halbwegs auf dem Kirch-hof zusammen kommen, und da treff' ich die ganz' alt'Welt, und im Himmel da geht's erst recht an. Meinguter Hansadam muß lang warten bis ich zu ihm komm',die Zeit wird ihm lang werden."
„Euch haben gewiß alle Leut' im Dorfe gern," sagteder Lehrer.
„Wie's in den Wald 'neinhallt, hallt's raus. Wennman jung ist, möcht' man gern alle Leut' auffressen, dieeinen aus Lieb' und die anderen aus Aerger; wenn manalt ist, da läßt man einem jeden sein Sach'. Ihr glaubet'sgar nicht, was die Leut' hier so gut sind; ihr werdet'sauch noch erfahren. Seid ihr denn auch schon viel inder Welt 'rumkommen?"
„Fast gar nicht. Mein Vater war auch Schullehrer,er starb, als ich kaum sechs Jahre alt war, bald daraufstarb auch meine Mutter; ich wurde nun in das Waisen-haus gebracht, blieb dort, zuerst als Zögling, dann alsJncipient und Hülsslehrcr, bis ich diesen Frühling hierherversetzt wurde. Ja, liebe gute Frau, es ist ein hartesLoos, wenn man sich kaum mehr erinnert, daß einen dieHand der Mutter berührt hat."
Die Hand der alten Frau streifte ihm plötzlich überdas Gesicht, es war dem Lehrer in der That als ob ihneine höhere Macht berührte, er saß da mit geschlossenenAugen und die Augapfel zitterten und bebten, die Wan-gen glühten; wie erwachend faßte er die Hand der Altenund sagte:
„Nicht wahr, ich darf euch auch Großmutter heißen?"
„Rechtschaffen gern, du guter, lieber Mensch, es kommt
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