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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Ich bin auch Kirchcnsangerin gewesen, man hört mir'sjetzt nimmeh an mit meinem Husten; ich bin ein saubqr'sMädle gewesen, ja, ich hab' mich dürfen sehen lassen,und alle Jahr war das Jahresseu, da war der Pfatrerund der Schulmeister dabei; o! wie sind da g'spässigeLieder gesungen worden, der bairische Himmel und soSachen, das ist jetzt auch nimmeh, ja die alt' Welt isteben aus und vorbei."

„Sie haben wohl ihr Enkelchen sehr lieb?"

„Es ist ja das jüngst'. O! mein Hedwig die ist nocheine von der alten Welt, die hebt mich und legt michund da ist kein unschön Wörtle; ich wollt's ihr gunnen,daß ich bald sterben that, sie muß so viel daheim bleibenwegen meiner, und wenn ich gestorben bin, will ich auchrecht für sie beten im Himmel."

„Sie beten wohl reche viel."

„Ja, was kann ich Besseres thun? Mit dem Schaffenist es aus.

„Ich kann auch ein Gebet, das die Seelen vom Mondgerad in den Himmel bringt und daß die Seelen gar-nicht in's Fegseuer brauchen. Die heilig Mutter Gotteshat einmal zu Gott Vater gesagt: Lieber Mann, ich kanndas nimmeh hören, wie die armen Seelen im Fegseuerschreien und heulen, es geht mir durch Mark und Bein,und da hat er gesagt: Nu meinetwegen, du darfst ihnenhelfen. Und da ist in dem Throl einem Mann, der achtKinder gehabt hat, sein' Frau gestorben, und da hat dereben ganz schrecklich gejammert wie man sie auf den Kirch-hof tragen hat, und da ist alle Morgen die Mutter Gotteskommen, hat die Kinder gestrehlt und gewaschen und dieBetten gemacht, und da hat der Mann lang nicht rechtgemerkt, wer das thut, und da ist er endlich zum Pfarrergangen, und da ist der ganz früh mit dem Heilig kom-men, und da hat der gesehen wie die Mutter Gotteszum Fenster 'naus ist, schneeweiß, und da ist das Gebetauf der Simse gelegen, und da hat man da ein Kirch'hingebaut."

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